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Thema: Patientenverfügung - Überlebenskampf gegen den eigenen Willen?

  1. #1
    Forenlegende Avatar von Tompa
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    Standard Patientenverfügung - Überlebenskampf gegen den eigenen Willen?

    Derzeit berät der Bundestag über Patientenverfügungen.

    Grob vereinfacht kann man zwischen zwei Positionen unterscheiden:
    - Die Ärzte:
    Der hippokrate Eid "zwingt" sie, um das Leben der Patienten zu kämpfen. Bis zur letzten Minute.

    - Die Patienten:
    Manche Patienten, die beispielsweise im Wachkoma liegen, möchte vielleicht gar nicht mehr leben, haben aber nicht die Möglichkeit dies zu äußern. Selbst eine schriftlich verfasste Erklärung, dass sie nicht durch Maschinen am Leben gehalten werden, ist, soweit ich weiß, nicht wirksam.


    Wie denkt ihr darüber?
    Sollen Ärzte einen Patienten "sterben lassen", wenn dieser vor einem Unfall schriftlich festgehalten hat, dass er nicht künstlich weiterleben möchte? Was ist aber, wenn diese Erklärung schon ziemlich alt ist? Oder was ist, wenn der Patient seine Meinung zu diesem Thema in den letzten Jahren geändert hat?
    » Euklid: "Was keine Teile hat ist ein Punkt."
    » Erhardt: "Man macht gewöhnlich viele Worte, wenn man nichts zu sagen hat."
    » Lindgren: "Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war."


  2. #2
    Forenguru Avatar von stoerenfried
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    Warum sollte man einen Menschen am Leben lassen, wenn er vorher schriftlich festgehalten hat, dass er in einem solchen Zustand nich mehr leben möchte.
    Sicher ist es sehr gut das die Ärzte um ein Leben bis zum letzten Atemzug, und noch darüber hinaus, kämpfen. Sollte er jedoch ausdrücklich irgendwo festgehalten haben, das er das nich möchte sollten man seinen somit letzten Willen befolgen.
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  3. #3
    Vielschreiber Avatar von Filzo
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    Jeder Mensch soll über sein Leben selbst entscheiden können, deshalb sollte immer nach den Patientenverfügungen gehandelt werden. Das Problem bei der Sache ist eventuell die Deutung der Verfügung.
    When the world is too dark and I need the light inside of me I'll walk into a bar and drink fifteen pints of beer

  4. #4
    Forenguru Avatar von stoerenfried
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    Zitat Zitat von Filzo Beitrag anzeigen
    Jeder Mensch soll über sein Leben selbst entscheiden können, deshalb sollte immer nach den Patientenverfügungen gehandelt werden. Das Problem bei der Sache ist eventuell die Deutung der Verfügung.
    Hmm, wenn er klipp und klar schreibt "keine Beatmungsmachinen" etc. dann kann man das wohl kaum anders deuten.
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  5. #5
    Forenlegende Avatar von Tompa
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    Zitat Zitat von stoerenfried Beitrag anzeigen
    Zitat Zitat von Filzo Beitrag anzeigen
    Jeder Mensch soll über sein Leben selbst entscheiden können, deshalb sollte immer nach den Patientenverfügungen gehandelt werden. Das Problem bei der Sache ist eventuell die Deutung der Verfügung.
    Hmm, wenn er klipp und klar schreibt "keine Beatmungsmachinen" etc. dann kann man das wohl kaum anders deuten.
    Angenommen ein junger Kerl, 20 Jahre, schreibt einen solchen Zettel, dass er nicht künstlich beatmet werden will.
    Zehn Jahre später. Er gewinnt im Lotto. Drei Tage später bringt seine Frau ein Baby auf die Welt. Alles ist perfekt. Bum, zack, krach... Autounfall. Der Mann muss künstlich beatmet werden. Eine gewisse Chance, dass er irgendwann wieder normal weiterleben kann, besteht. Sollte man seine Geräte dann abschalten? Er hat es ja immerhin so schriftlich festgehalten.
    » Euklid: "Was keine Teile hat ist ein Punkt."
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    » Lindgren: "Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war."


  6. #6
    Forenguru Avatar von stoerenfried
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    Das nennt man das glaube "Schicksal" und bei sowas sollte man dann eben den Zettel sofort vernichten.
    Was aber, wenn er Spielsüchtig ist und die Chance besteht das dsa Geld ganz schnell wieder weg ist un das Kind nen Hirntumor hat und die Frau deswegen selbstmord begeht. Das Thema kann man ganz schön breit treten.
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  7. #7
    Fortgeschrittener Avatar von Isa
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    Jedes Leben ist erhaltungswert, so lange die Würde diese Lebens nicht leidet. Ich bin von Berufs wegen dazu verpflichtet, alle meine Kraft dazu einzusetzten, um Leben zu erhalten. Ob ich es einsehe oder nicht. Dazu aml ein Beispiel aus der Klinik in der ich arbeite. Wir hatten mal eine ältern Herrn auf dem Tisch. Krebs. Mein Chef hat den Mann aufgeschnitten, reingeschaut und gleich wieder zu gemacht. Inoperabel. Der ganze Körper war voll Metastasen. Kurze Zeit später wurde ihm mitgeteilt, das er noch ungefähr 6 Monate zu leben hat. Er nahm das sehr gefast auf. Später erfuhr ich durch Kolleginnen auf Station wie es weiter ging. Er kündigte seine Wohnung, löste sein Konto auf, verschenkt ein Teil seines Geldes seiner Tochter und machte ein Weltreise. Als er zurück kam sollte er noch einmal über Nacht in die Klinik. Dort nahm er eine Überdosis Schlaftabletten. Die Nachtschwester fand den Abschiedsbrief und alamiert den Stationsarzt. der Mann wurde gerettet. 5 Wochen später starb er im Zustand der Umnachtung durch Schmerzmittel.
    Die Nachtschwester hat sich korrekt verhalten. Vom fachlichen und medizienischen Standpunkt aus. Aber auch vom menschlichen? Niemand hätte erfahren, wenn sie den Mann hätte in Frieden sterben lassen. Sie hätte den Abschiedsbrief nicht finden brauchen. Keine Nachtschwester weckt eine sdchlafenden Patienten um zu sehen ob er noch lebt. Morgens hätte man ihn tot gefunden. In Frieden eingeschlafen.
    Um ehrlich zu sein, ich weis nicht wie ich in dieser Situation gehandelt hätte und ich weis es auch jetzt nicht was ich tun würde. Ich habe eine Patientenverfügung für mein Leben und ich wäre suf meine Kollegen arg sauer, wenn man meinen Willen nicht befolgt.
    Man muß nicht alles wissen.
    Man muß nur wissen wo es steht!

  8. #8
    Fortgeschrittener Avatar von Störtebeker
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    Wenn es Tieren schlecht geht und es keine Hoffnung auf Heilung gibt, oder der Rest des Lebens Quälerei wäre wird es eingeschläfert um dem Tier das Leiden zu ersparen. Dem Mensch aber wird der eingene Wunsch nach einem würdevollen Tod abgesprochen, er darf nicht bestimmen, wann er sterben will. Ist ein Tier mehr wert als ein Mensch?
    Das Leben ist eine Krankheit mit einer Sterberate von 100%

  9. #9
    Forenlegende Avatar von Tompa
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    Zitat Zitat von stoerenfried Beitrag anzeigen
    Das nennt man das glaube "Schicksal" und bei sowas sollte man dann eben den Zettel sofort vernichten.
    Was aber, wenn er Spielsüchtig ist und die Chance besteht das dsa Geld ganz schnell wieder weg ist un das Kind nen Hirntumor hat und die Frau deswegen selbstmord begeht. Das Thema kann man ganz schön breit treten.
    Es ist auch ein wirklich kompliziertes Thema. Ich selbst bin mir auch gar nicht im Klaren darüber, welche Meinung ich dazu habe. Beides hat enorme Nachteile, aber auch Vorteile.

    Zitat Zitat von Piratenbraut Beitrag anzeigen
    Jedes Leben ist erhaltungswert, so lange die Würde diese Lebens nicht leidet. Ich bin von Berufs wegen dazu verpflichtet, alle meine Kraft dazu einzusetzten, um Leben zu erhalten. Ob ich es einsehe oder nicht. Dazu aml ein Beispiel aus der Klinik in der ich arbeite. Wir hatten mal eine ältern Herrn auf dem Tisch. Krebs. Mein Chef hat den Mann aufgeschnitten, reingeschaut und gleich wieder zu gemacht. Inoperabel. Der ganze Körper war voll Metastasen. Kurze Zeit später wurde ihm mitgeteilt, das er noch ungefähr 6 Monate zu leben hat. Er nahm das sehr gefast auf. Später erfuhr ich durch Kolleginnen auf Station wie es weiter ging. Er kündigte seine Wohnung, löste sein Konto auf, verschenkt ein Teil seines Geldes seiner Tochter und machte ein Weltreise. Als er zurück kam sollte er noch einmal über Nacht in die Klinik. Dort nahm er eine Überdosis Schlaftabletten. Die Nachtschwester fand den Abschiedsbrief und alamiert den Stationsarzt. der Mann wurde gerettet. 5 Wochen später starb er im Zustand der Umnachtung durch Schmerzmittel.
    Die Nachtschwester hat sich korrekt verhalten. Vom fachlichen und medizienischen Standpunkt aus. Aber auch vom menschlichen? Niemand hätte erfahren, wenn sie den Mann hätte in Frieden sterben lassen. Sie hätte den Abschiedsbrief nicht finden brauchen. Keine Nachtschwester weckt eine sdchlafenden Patienten um zu sehen ob er noch lebt. Morgens hätte man ihn tot gefunden. In Frieden eingeschlafen.
    Um ehrlich zu sein, ich weis nicht wie ich in dieser Situation gehandelt hätte und ich weis es auch jetzt nicht was ich tun würde. Ich habe eine Patientenverfügung für mein Leben und ich wäre suf meine Kollegen arg sauer, wenn man meinen Willen nicht befolgt.
    Die Schwester hat sich, wie du auch schon geschrieben hast, korrekt verhalten. Sie ist ihrer Pflicht nachgegangen Menschen zu retten. Dass es in diesem Fall wohl wirklich besser gewesen wäre, den Mann schlafen zu lassen, stimmt natürlich auch.
    Aber was wäre, wenn rausgekommen wäre, dass sie den Mann schlafen lassen? Sie hätte ihren Job verlieren können.

    Zitat Zitat von Störtebeker Beitrag anzeigen
    Wenn es Tieren schlecht geht und es keine Hoffnung auf Heilung gibt, oder der Rest des Lebens Quälerei wäre wird es eingeschläfert um dem Tier das Leiden zu ersparen. Dem Mensch aber wird der eingene Wunsch nach einem würdevollen Tod abgesprochen, er darf nicht bestimmen, wann er sterben will. Ist ein Tier mehr wert als ein Mensch?
    Nein, ein Tier ist natürlich nicht mehr wert als ein Mensch (außer vielleicht mein Hund ). Aber es gibt nunmal Situationen, in denen es schwer ist zu entscheiden, was die beste Lösung ist. Ich glaube auch, dass es oft schwer ist, es allen Beteiligten recht zu machen.
    » Euklid: "Was keine Teile hat ist ein Punkt."
    » Erhardt: "Man macht gewöhnlich viele Worte, wenn man nichts zu sagen hat."
    » Lindgren: "Es gibt kein Alter, in dem alles so irrsinnig intensiv erlebt wird wie in der Kindheit. Wir Großen sollten uns daran erinnern, wie das war."


  10. #10
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    Standard

    egal ob patientenverfuegung oder nicht, aktive sterbehilfe ist grundsaetzlich verboten. ein arzt der aktive sterbehilfe leistet kann sich auf eine gepfefferte strafe gefasst machen und sich von seinem beruf verabschieden, er kann sogar wegen mord verklagt werden.

    passive sterbehilfe ist aber zwar nicht erlaubt, aber es wird nicht strafrechtlich verfolgt, hat fuer den artzt auch keine konsequenzen....

    die frage ist nur, was ist passive sterbehilfe?

    ein ethikprof hat das 'mal so erklaert: der patient liegt seit jahren im koma, die familie bittet den arzt den ernaehrungstropf auszuschalten. der arzt meint, dass er das nicht koennte, das waere aktive sterbehilfe. als er dann gefragt wurde, was denn dann passive sterbehilfe sei, antwortete der arzt: das waere, wenn er den tropf auslaufen laesst und ihn einfach nicht nachfuellt....

    was soll man davon denn noch halten?

    ist bei krebs nicht auch morphium eine art sterbehilfe? denn heilen tut es nicht, es macht dem patienten die krankheit nur ertraeglicher, aber beschleunigt den tod...

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